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Konsum v. Kindes­miss­brauchs­darstellungen

Konsum v. Kindes­miss­brauchs­darstellungen

Die explosionsartig steigenden Meldungen von Kindes­missbrauchs­darstellungen (sogenannte “Kinderpornografie”) im Internet zeigt die Dringlichkeit eines therapeutischen Angebots in diesem Bereich. 

Nach wie vor wird das Anschauen von Bildern und Videos von nackten, aber auch eindeutig sexuell missbrauchten Kindern verharmlost und oft nicht als Missbrauch angesehen (“Ich habe ja nur geschaut”). Das Gleiche gilt aber auch für sogenannte “Posing”-Bilder (die abgebildeten Kinder sind zwar meist angezogen, werden aber “reißerisch verzerrt” dargestellt, also eindeutig sexualisiert). Ebenfalls unter Kindes­missbrauchs­darstellungen nach § 207a StGB fallen gezeichnete (z.B. gewisse Formen von Manga) oder durch K.I. hergestellte Bilder.

Das Betrachten, Downloaden und die Weitergabe von Kindes­missbrauchs­darstellungen und -abbildungen aller Art stellt einen Gesetzesübertritt dar (§ 207a StGB), der strafrechtlich verfolgt wird. Der von uns schon seit langer Zeit benutzte Begriff “ Kindes­missbrauchs­darstellungen” oder die seit 2023 im entsprechenden Gesetzestext benutzte Bezeichnung “wirklichkeitsnahes bildlich sexualbezogenes Kindesmissbrauchsmaterial und bildlich sexualbezogene Darstellungen minderjähriger Personen” respektive Bildmaterial, das auch nur “den Eindruck vermittelt”, Kindesmissbrauch darzustellen, statt des lange Zeit üblichen Begriffs “Kinderpornografie”, sollen verdeutlichen, dass nicht nur beim Herstellen solcher Bilder und Videos, sondern auch bei deren Anschauen und Weiterverbreiten Missbrauch stattfindet und Menschen geschädigt werden.

Mit dem “Hands Off”-Programm (im Rahmen des Wiener Sozialtherapeutischen Programms für Sexualtäter WSPS) wollen wir Menschen, die sich von Kindes­missbrauchs­darstellungen im weitesten Sinn sexuell oder anderweitig angezogen fühlen, dabei unterstützen, ihre Mechanismen verstehen zu lernen und ihr Verhalten so weit zu ändern, dass sie zukünftig auf den Konsum illegalen Bildmaterials verzichten und weder sich selbst noch andere Menschen schädigen. Dies kann in Einzel- oder Gruppentherapie stattfinden. Wir behandeln Menschen in Haft, die eine Weisung vom Gericht haben oder sich aus eigenem Willen an uns wenden.

Ansprechpartner: Alex Seppelt

Um einen möglichst raschen Zugang zu adäquater Hilfe zu gewährleisten, arbeitet das Institut für Forensische Therapie IFT eng mit ihrem langjährigen Kooperationspartner, der Männerberatung Wien zusammen, so dass auch über diesen Weg betroffene Personen zu uns weiterverwiesen werden können.